{"id":771,"date":"2018-01-23T13:09:40","date_gmt":"2018-01-23T12:09:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vinzenzgemeinschaft.it\/?p=771"},"modified":"2024-01-12T08:08:02","modified_gmt":"2024-01-12T07:08:02","slug":"vinzibus-eine-tankstelle-der-waerme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vinzenzgemeinschaft.it\/de\/vinzibus-eine-tankstelle-der-waerme\/","title":{"rendered":"Vinzibus, eine Tankstelle der W\u00e4rme"},"content":{"rendered":"<p><strong>Sie fragen weder nach Identit\u00e4tskarte, nach Art der Probleme, noch nach Alter oder Steuernummer: Drei Mal in der Woche versorgen die 43 Freiwilligen des Vinzibus der S\u00fcdtiroler Vinzenzgemeinschaft hilfsbed\u00fcrftige Menschen in Bozen mit Suppe, Tee, Brot, Joghurt und bei Bedarf mit Decken oder Schlafs\u00e4cken. Einen Abend w\u00f6chentlich \u00fcbernimmt die italienische Vinzenzgemeinschaft \u201eSan Vincenzo\u201c und an drei Abenden tun die MitarbeiterInnen des Vereins \u201eVolontarius\u201c Dienst. Die abendliche Lebensmitteltafel ist an sieben Tagen w\u00f6chentlich gew\u00e4hrleistet. Seit 2003 bietet der Vinzibus diese Form der Unterst\u00fctzung an: Mehr als 13 Jahre lang wurde der Dienst im Bozner Bahnhofspark abgewickelt, seit Dezember 2016 ist er im fr\u00fcheren Tankstellengeb\u00e4ude am Bozner Verdiplatz angesiedelt. Die Zahl der Hilfesuchenden hat sich auf 80 bis 100 Menschen t\u00e4glich eingependelt, die Bed\u00fcrftigkeit \u00e4lterer Menschen steigt. Die Lebensmitteltafel gestaltet sich trotz verschiedener Bed\u00fcrfnisse ruhig und in geordneten Bahnen. Paul Tschigg koordiniert den Dienst seit sechs Jahren: Die \u201eTankstelle der W\u00e4rme\u201c sichere notleidenden Menschen das Leben und gebe Bozen ein humanes Gesicht, sagt er.<\/strong><\/p>\n<p>Vier Freiwillige der Vinzenzgemeinschaft sind jeweils am Dienstag-, Donnerstag- und Sonntagabend im Dienst. Sie laden im Depot des Bozner Kapuzinerklosters Joghurt und Decken in den Vinzibus, fahren zur Mensa Clab, um Suppe, Tee und belegte Brote aufzuladen und \u00f6ffnen um 19.30 Uhr die T\u00fcr zur \u201eTankstelle der W\u00e4rme\u201c am Bozner Verdiplatz. An jedem Donnerstag bringen Jugendliche des Franziskanerklosters (Vinzenzgruppe \u201cZum Seligen Bernardin von Feltre\u201c) belegte Brote und helfen bei Bedarf mit, abwechselnd und ebenfalls einmal w\u00f6chentlich sorgt eine Bozner Pfarrei f\u00fcr Brote, t\u00e4glich bringen die \u201eBr\u00f6selj\u00e4ger\u201c (Cacciatori di briciole) des Vereins Volontarius \u00fcbriggebliebenes Brot von Bozner B\u00e4ckereien vorbei. Zus\u00e4tzlich kommen Lebensmittel des \u201eBanco alimentare\u201c zum Einsatz. Seit kurzem bietet einmal w\u00f6chentlich auch ein Arztmobil medizinische Hilfe an.<\/p>\n<p>Neben Menschen mit Alkohol- oder anderen Drogenproblemen kommen immer \u00f6fters \u00e4ltere Menschen in die \u201eTankstelle der W\u00e4rme\u201c am Verdiplatz, au\u00dferdem Asylsuchende und obdachlose EinwandererInnen. Jeder Mensch bekommt beim Vinzibus Brot, Suppe und Tee, unabh\u00e4ngig von Nationalit\u00e4t oder Problematik. Die Not verschwinde nicht durch das Wegschauen oder Ignorieren, sondern nur durch konkretes Tun, sagt Paul Tschigg. Er arbeitet seit acht Jahren freiwillig beim Vinzibus mit, seit sechs Jahren leitet er den Dienst. Sucht, Obdachlosigkeit und Einwanderung seien eine Realit\u00e4t, der man nur mit Unterst\u00fctzung beikommen k\u00f6nne, nicht aber durch vorschnelle Antworten oder Vorurteile, sagt er. Das Leben sei fragil und Armut treffe Menschen schneller als gedacht, beobachtet er. Viele Leute, die zum Essen kommen, h\u00e4tten kaum soziale Kontakte. Daher seien Gru\u00df, Austausch und Nachfrage nach dem Befinden genauso wichtig wie das Essen.<\/p>\n<p>Paul Tschigg freut sich \u00fcber die Best\u00e4ndigkeit der 43 Freiwilligen und die koordinierende Unterst\u00fctzung von Franziska Fuchsbrugger, Karolina Gummerer, Christian Anderlan, Christine Fulterer Nitz und Gianni Bonadio. \u201eWir arbeiten gut zusammen\u201c, sagt er. Einerseits gehe es darum, den reibungslosen Ablauf der Lebensmitteltafel f\u00fcr bis zu 100 Menschen t\u00e4glich zu gew\u00e4hrleisten und die Freiwilligen daf\u00fcr einzuteilen. Andererseits organisiert die Gruppe des Vinzibus zu Ostern, Weihnachten und am Gedenktag des heiligen Vinzenz von Paul am 27. September Feiern f\u00fcr die Hilfesuchenden. Daneben gilt es, Eink\u00e4ufe zu organisieren, den Vinzibus in Ordnung zu halten und die Firm- und Jugendgruppen zu begleiten, die mitarbeiten wollen. Allein im Jahr 2017 haben 28 Firmgruppen aus den verschiedenen Landesteilen einen Abend lang Dienst getan. Das Interesse von Jugendlichen freut Paul Tschigg besonders. Wer der Not ins Gesicht schauen k\u00f6nne, baue Vorurteile ab und \u00fcberlege sich das Benutzen von Schimpfw\u00f6rtern in der Folge eher, sagt er.<\/p>\n<p>Respekt vor den hilfesuchenden Menschen sei das Um und Auf der freiwilligen Arbeit, erkl\u00e4rt der Leiter des Vinzibus. Das zeige sich auch im Angebot: In den Suppen sei kein Schweinefleisch enthalten, drei Viertel der Brote seien mit K\u00e4se belegt, die \u00fcbrigen mit Wurst. Die Freiwilligen arbeiten im Durchschnitt an zwei Abenden pro Monat. So bleiben viele dem Vinzibus \u00fcber Jahre hinweg erhalten. Einige Freiwillige sind bereits von Anfang an dabei. \u201eWir wollen die engagierten Menschen nicht \u00fcberfordern\u201c, sagt Tschigg.<\/p>\n<p>Leicht besorgt denkt der Vinzibus-Leiter an Ende M\u00e4rz. Dann schlie\u00dfen die Winternotschlafstellen wieder und die Nachfrage nach Decken und Schlafs\u00e4cken wird rapide steigen. Paul Tschigg freut sich, dass der Aufruf zur Deckensammlung im November und Dezember auf fruchtbaren Boden gefallen ist. Derzeit sei das Magazin gut gef\u00fcllt, sagt er. Im Namen der Vinzenzgemeinschaft bedankt er sich bei den Freiwilligen, bei den Lebensmittel- und GeldspenderInnen und bei all jenen, die das Leben der Hilfsbed\u00fcrftigen in der Landeshauptstadt durch aufmerksames Hinschauen und konkretes Tun verbessern.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sie fragen weder nach Identit\u00e4tskarte, nach Art der Probleme, noch nach Alter oder Steuernummer: Drei Mal in der Woche versorgen die 43 Freiwilligen des Vinzibus der S\u00fcdtiroler Vinzenzgemeinschaft hilfsbed\u00fcrftige Menschen in Bozen mit Suppe, Tee, Brot, Joghurt und bei Bedarf mit Decken oder Schlafs\u00e4cken. 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