{"id":3449,"date":"2025-08-05T15:51:05","date_gmt":"2025-08-05T13:51:05","guid":{"rendered":"https:\/\/www.vinzenzgemeinschaft.it\/?p=3449"},"modified":"2025-08-05T15:51:05","modified_gmt":"2025-08-05T13:51:05","slug":"vinzenz-gemeinschaft-ort-der-barmherzigkeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.vinzenzgemeinschaft.it\/de\/vinzenz-gemeinschaft-ort-der-barmherzigkeit\/","title":{"rendered":"Vinzenz-Gemeinschaft \u2013 Ort der Barmherzigkeit"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1. Einleitung<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1.1 Die beiden Inhalte <\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><u>Vinzenz-Gemeinschaft<\/u><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> und <\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><u>Barmherzigkeit<\/u><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> sind in sich schon eng verbunden. F\u00fcr diese enge Verbindung b\u00fcrgt die Person des hl. Vinzenz von Paul, auf die Name und T\u00e4tigkeit der Vinzenz Gemeinschaften bezogen sind. Vinzenz von Paul war der franz\u00f6sische Geistliche, der in den Jahrzehnten um 1600 nach einer l\u00e4ngeren Entwicklung zum gro\u00dfen Nothelfer der Kranken und Armen geworden ist. Man denke nur an das Wort, das er den Frauen, die sich zur Gemeinschaft der \u201eT\u00f6chter der christlichen Liebe\u201c zusammengeschlossen haben, mit auf den Weg gab:<\/span><\/span><\/p>\n<p>\u201e<span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Ihr habt als Kloster die H\u00e4user der Kranken, als Zelle eine Mietkammer, als Kapelle die Pfarrkirche, als Kreuzgang die Stra\u00dfen der Stadt\u2026\u201c <\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Zu Recht gilt Vinzenz von Paul, der am 27. September 1660 in Paris starb, auf Grund seines Wirkens auf dem Gebiet der Armenf\u00fcrsorge und Krankenpflege als Begr\u00fcnder der neuzeitlichen Caritas. So ist sein Name nicht zu trennen von dem, was \u201eBarmherzigkeit\u201c meint. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">1.2 Das Wort \u201eBarmherzigkeit\u201c stammt eigentlich aus einer Umbildung des althochdeutschen <\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>armherz(ig)<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, das sich herleitet aus dem gotischen <\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>armahairts<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">, das wiederum sich auf das lateinische <\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>misericors <\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">(jemand, der ein <\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>cor<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> d.h. Herz f\u00fcr die <\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>miseri<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> d.h. die Ungl\u00fccklichen hat) sich bezieht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In der Bibel geh\u00f6rt \u201eBarmherzigkeit\u201c zu den zentralen Begriffen der Rede von Gott und Menschen: Aus Barmherzigkeit handelt Gott an den Menschen in Barmherzigkeit; der Mensch antwortet darauf, indem er die selbst erfahrene g\u00f6ttliche Barmherzigkeit wiederum durch barmherziges Handeln weitergibt. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wo Israel am intensivsten zum Ausdruck bringt, was Gott ihm bedeutet, l\u00e4sst es Gott selber von sich sagen:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Ex 34,6f Der HERR ging vor seinem Angesicht vor\u00fcber und rief:<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Der HERR ist der HERR, ein barmherziger und gn\u00e4diger Gott, langm\u00fctig und reich an Huld und Treue: Er bewahrt tausend Generationen Huld, nimmt Schuld, Frevel und S\u00fcnde weg, aber er spricht nicht einfach frei, er sucht die Schuld der V\u00e4ter bei den S\u00f6hnen und Enkeln heim, bis zur dritten und vierten Generation.<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Damit begr\u00fcndet das glaubende Israel die Vorordnung der g\u00f6ttlichen Barmherzigkeit vor dessen Gerechtigkeit. Qualifiziert ist diese Barmherzigkeit, durch Treue und Verl\u00e4sslichkeit, die dem Menschen von Gott zukommt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><a name=\"_Hlk196489606\"><\/a> <span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das hebr\u00e4ische Wort <\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>r\u00e6<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Arial, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u1e25<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u00e6m (=Mutterleib, Eingeweide, Erbarmen)<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"> f\u00fcr \u201eBarmherzigkeit\u201c bezeichnet den Raum, wo gerade der Mensch bzw. alle Lebewesen in der verletzlichsten Phase des Lebens aufgehoben sind und verweist darauf, dass Barmherzigkeit den Ort umschreibt, wo die Verletzten, \u00c4rmsten, an den Rand Gedr\u00e4ngten geborgen sind.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">2. Jesus \u2013 Manifestation der Barmherzigkeit Gottes<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn \u201eBarmherzigkeit\u201c f\u00fcr das alte Israel so eng mit seiner Gotteser-fahrung verbunden ist, dann verwundert es nicht, dass die Jesus-Gemeinden \u2013 die Evangelien als Glaubenszeugnis dieser Gemeinden bekunden es \u2013 Jesus als die Manifestation der Barmherzigkeit Gottes verk\u00fcnden. Man k\u00f6nnte dies durch das gesamte Neue Testament hindurch verfolgen. Hier gen\u00fcgt der Hinweis, wie der Evangelist Lukas \u2013 sein Evangelium gilt in besonderer Weise als das Evangelium, die gute Botschaft Jesu f\u00fcr die Armen \u2013 programmatisch den Beginn und damit das Gesamt des Auftretens Jesu mit der Botschaft von Gottes Barmherzigkeit verbindet:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Lk 4,14-21: Jesus kehrte, erf\u00fcllt von der Kraft des Geistes, nach Galil\u00e4a zur\u00fcck. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. \u2026 <\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um vorzulesen, <\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>reichte man ihm die Buchrolle des Propheten Jesaja. Er \u00f6ffnete sie und fand die Stelle, wo geschrieben steht:<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn er hat mich gesalbt.<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine frohe Botschaft bringe;<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>damit ich den Gefangenen die Entlassung verk\u00fcnde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe.<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Dann schloss er die Buchrolle, gab sie dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben geh\u00f6rt habt, erf\u00fcllt.<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Dementsprechend erz\u00e4hlt das Lukas-Evangelium immer wieder, wie Jesus sich gerade denen zuwendet, die die Gesellschaft ausschlie\u00dft und meidet.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Als markantes Beispiel, wie Jesus gerade f\u00fcr die offen ist, die es besonders brauchen, gelte Lk 5,27-32:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Danach ging Jesus hinaus und sah einen Z\u00f6llner namens Levi am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da verlie\u00df Levi alles, stand auf und folgte ihm nach. Und Levi gab f\u00fcr Jesus in seinem Haus ein gro\u00dfes Gastmahl. Viele Z\u00f6llner und andere waren mit ihnen zu Tisch. Da murrten die Pharis\u00e4er und ihre Schriftgelehrten und sagten zu seinen J\u00fcngern: Wie k\u00f6nnt ihr zusammen mit Z\u00f6llnern und S\u00fcndern essen und trinken? Jesus antwortete ihnen: Nicht die Gesunden bed\u00fcrfen des Arztes, sondern die Kranken. Ich bin nicht gekommen, um Gerechte, sondern S\u00fcnder zur Umkehr zu rufen. <\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">3. Die Gemeinden Jesu als Erscheinung dieses Jesus in einer Welt voller Gegens\u00e4tze und N\u00f6ten aller Art<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Gemeinden in der Gefolgschaft Jesu haben nicht nur Jesus als das konkret erfahrbare Erscheinen der Barmherzigkeit Gottes bekannt, sondern sie waren \u00fcberzeugt, dass das Erfahrbar-Machen der Barmherzigkeit Gottes durch Jesus auch das Gesicht und das Verhalten der Gemeinden pr\u00e4gen muss, die sich als Gemeinden Jesu, als seine Kirche verstehen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Situation der Lukas-Gemeinden ist bestimmt durch die wirtschaftlich-soziale Strukturierung der antiken Gesellschaften des Mittelmeerraumes im 1. Jh. n. Chr., die eine starke Schichtung aufwiesen: Es gibt eine schmale Oberschicht der herrschenden Elite (ca. 10% der Gesamtgesellschaft), die ca. 1% wirklich Reiche aufwies, meist aristokratische Gro\u00dfgrundbesitzer, deren Einnahmen aus Bewirtschaftung und Pacht stammten. Eine b\u00fcrgerliche Mittelschicht fehlte beinahe vollst\u00e4ndig. Die meisten Menschen umfasste die macht- und prestigelose Unterschicht, die in sich allerdings sehr unterschiedlich war: die relativ Armen, die gerade \u00fcber dem Existenzminimum durch kleinen Besitz oder Erwerbseinkommen mehr oder minder leben konnten (Handwerker, Dienstleister, H\u00e4ndler, Bauern mit geringem Landbesitz); daneben standen die absolut Armen, denen es an den lebenswichtigen G\u00fctern fehlte (Nahrung, Wohnung, Kleidung). Sie (Bauern ohne eigenen Landbesitz, Fischer, Lohnarbeiter, Tagel\u00f6hner, Schuldknechte, Sklaven, alleinstehende Frauen, Witwen, Prostituierte) waren auf famili\u00e4re und gesellschaftliche Unterst\u00fctzung angewiesen. Es gab mehr Reiche in den St\u00e4dten als auf dem Land und umgekehrt mehr Arme in den nichtst\u00e4dtischen, b\u00e4uerlich gepr\u00e4gten Gebieten. Die instabilen Verh\u00e4ltnisse im 1. Jh. n.Chr. versch\u00e4rften die sozialen Spannungen. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Die Jesus-Gemeinden formierten sich vor allem in den St\u00e4dten des r\u00f6mischen Reiches und waren bestimmt durch die sozialen Differenzen ihrer Bewohner. Wie z.B. 1 Kor 11,17-34 zeigt, waren die Armen wohl in Mehrzahl, da die Solidarit\u00e4t vor allem ihnen gilt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Das Lk-Evangelium gilt als \u201eEvangelium der Armen\u201c, weil dort gerade die Armen als Adressaten des heilbringenden Handelns Gottes durch Jesus eine besondere Rolle spielen. Die Glaubensverk\u00fcndigung in den Gemeinden sah den \u201eMammon\u201c in diametralem Gegensatz zur Botschaft Jesu und wird daher nicht m\u00fcde, die Besitzenden auf ihre Verantwortung f\u00fcr die Armen hinzuweisen, so Lk 12,33:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Verkauft euren Besitz und gebt Almosen! Macht euch Geldbeutel, die nicht alt werden! Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frisst!<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wie stark sich die Gemeinden, an die sich das Lukas-Evangelium richtet, in dieser Verantwortung wissen, unterstreicht das Gleichnis vom reichen Prasser und dem armen Lazarus (Lk 16,19-31). Die Fortsetzung des Lukas-Evangeliums in der Apostelgeschichte l\u00e4sst das sichtbar werden, wenn die Gemeinde in Jerusalem so beschrieben wird: <\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Und alle, die glaubten, waren an demselben Ort und hatten alles gemeinsam.\u200245 Sie verkauften Hab und Gut und teilten davon allen zu, jedem so viel, wie er n\u00f6tig hatte.\u200246 Tag f<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u00fc<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>r Tag verharrten sie einm<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u00fc<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>tig im Tempel, brachen in ihren H<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>\u00e4<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>usern das Brot und hielten miteinander Mahl in Freude und Lauterkeit des Herzens (Apg 2,44-46)<\/i><\/span><\/span><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">. Das zielt auf ein umverteilendes Handeln zugunsten der Armen. Inwieweit das eine fiktive Utopie der Verfasser war oder ob dieses Ideal wirklich zeitweise praktiziert wurde, ist umstritten.<\/span><\/span> <span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Diese herzliche Offenheit will in den Gemeinden aber jeder Form von materieller und seelischer Armut gelten, was durchaus auch Konfliktpotential enthielt, wie die Bemerkung in Lk 15,1f zeigt:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><i>Alle Z\u00f6llner und S\u00fcnder kamen zu ihm, um ihn zu h\u00f6ren. Die Pharis\u00e4er und die Schriftgelehrten emp\u00f6rten sich dar\u00fcber und sagten: Dieser nimmt S\u00fcnder auf und isst mit ihnen.<\/i><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Diese zuteilende und Leben erm\u00f6glichende Offenheit praktizierten die Jesus-Gemeinden in der Feier des \u201eBrotbrechens\u201c bzw. des \u201eHerren-mahles\u201c. Im \u201eTeilen\u201c erf\u00e4hrt die versammelte Gemeinde den in ihrer Mitte gegenw\u00e4rtigen Christus. Wie ernst es den Gemeinden dabei ist, zeigt deutlich die Mahnung des Paulus an die Gemeinde in Korinth (vgl. 1 Kor 11,17-34). <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Auf dem Hintergrund dieses Selbstverst\u00e4ndnisses der christlichen Gemeinden des Anfangs ist es nicht verwunderlich, dass Papst Franziskus w\u00e4hrend seiner ganzen Amtszeit nicht m\u00fcde geworden ist, darauf hinzuweisen, dass das Antlitz der Kirche auch heute die in Jesus offenbar gewordene Barmherzigkeit widerspiegeln muss, wenn sie den Namen \u201eKirche Jesu Christi\u201c f\u00fcr sich in Anspruch nehmen will. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">4. Abschlie\u00dfend.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Verdana, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wenn die Vinzenz-Gemeinschaft sich als Ort der Barmherzigkeit versteht \u2013 im Sinne ihres Namenspatrons \u2013 dann ist sie, auf dem Hintergrund der vorausgehenden \u00dcberlegungen betrachtet, das jesuanische Gesicht der Kirche Jesu Christi vor Ort. <\/span><\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>1. Einleitung 1.1 Die beiden Inhalte Vinzenz-Gemeinschaft und Barmherzigkeit sind in sich schon eng verbunden. F\u00fcr diese enge Verbindung b\u00fcrgt die Person des hl. Vinzenz von Paul, auf die Name und T\u00e4tigkeit der Vinzenz Gemeinschaften bezogen sind. 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